Matthew Barney @ Basel

Ich war gestern an der Vernissage von der neuen Ausstellung von Matthew Barney, und es war ziemlich viel zu sehen.
Ein bisschen vor halb sieben stand ich vor den Türen des Schaulagers und betätigte mich, wartend auf meine Begleitung, in Man-watching, ich finde es immer speziell was für verschiedenste Leute sich bei einem Kunstanlass einfinden, von ästhetisch-schön bis zu sehr-schräge.

Auf den beiden Schaulager-Bildschirme, die man weit in der Umgebung sieht lief das letzte Werk der “Drawing restraint” Serie des bekannten amerikanischen Künstler: eine Junge Frau gräbt vor der Kulisse des Goetheanums ihr eigenes Grab, sie bleibt aber nicht dort, sondern nimmt ein typisches gelbes Tram (zuerst Linie 10, dann 11) in Richtung des Schaulagers. Sie geht in das Schaulager rein und klettert die innere Wand des Schaulagers hinauf, bis zum letzten Griff, der aus der Wand hinaus bricht. Sie fällt tief und am Schluss durch eine Membran.

Auf dem anderen Bildschirm sieht man die Vorbereitungen für das Werk.

Die Türen öffnen sich, und auch meine Begleitung hat mich erreicht, also nichts wie rein in die Ausstellung.

Auf dem Eingangsgeschoss wandelt man durch ein Labyrinth-ähnliche Raumordnung, in denen verschiedenen Werke aus der der DR ausgestellt sind, ich erkenne die Satyrs im Auto wieder, die mich damals in Wien gegraust haben, und auch die meisten Vitrinen und Bilderrahmen erinnern mich an den extremen Wunsch in Wien, das Material zu anfassen (dies habe ich dann bei einer Vitrine in Berlin gemacht, zurechtgerufen von der Sicherheit bin ich damals nur weil ich unter die Vitrine gekrochen bin, um zu sehen ob die Schrauben auch aus dem Material sind – sie sind es. Das Material ist hart wie Plastik, obwohl es von weitem aussieht wie Wachs).

Im Raum von Drawing Restraint 9 wird der Film projiziert (zirka 2.5 Stunden, mit […]

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Strange days indeed – Junges Theater Basel

Ich schrieb: Gestört/empfinde ich/meine Generation.

Wir leben in einer Welt der Gegensätze, Überflutet von Informationen, wir nehmen sie kaum mehr war, je ausgefallener die Information, desto höher unser Unterhaltungswert.

Wir sind gegen den Tod abgehärtet, die einzige Reaktion die wir darauf haben ist höchsten ein Lachen, über die Art des Todes, solange es nicht unser eigener ist.

Dies ist aber nur ein Aspekt, den ich aus dieser Produktion herausgelesen habe, es handelt sich wohl über die Zeitkritischste die ich in letzter Zeit gesehen habe, noch bemerkenswerter, dass die Schauspieler alle in etwa in meinem Alter waren.

Die Produktion ist aber fern davon in irgend einer moralistischen Art zu missionieren, der Zuschauer muss sich selber die verschiedenen Aspekten und Kritiken herauslesen, was den Eindruck verstärkt.
Der Zuschauer wird aufgefordert selber zu denken und zu überlegen.

Eine durchaus Positive Überraschung an meinem ersten Besuch des Jungen Theaters Basel, und es wird sicher nicht der letzte sein!

http://www.jungestheaterbasel.ch

Pepperminta

Eine Künstlerin wagt sich mit einem Spielfilm in die Kinos, das kann auch schief gehen.
Die schweizer Künstlerin Pipilotti Rist hat es trotzdem gewagt, ihr Film “Pepperminta” läuft jetzt schon eine Woche in den Kinos.

Eine kleine Warnung an alle Drogenmuffel: dieser Film ist eine Droge, ihr werdet das Kino nicht gleich verlassen, wie ihr es betreten habt, bei den meisten war ein sehr breites lachen in das Gesicht gezeichnet.

Der Film strotzt nur so von Farben, und die Hauptmessage ist, vielleicht ein bisschen naiv, sich nicht dem Allttagsgrau und den Normen beugen, sondern Farbe und Lebensfreude in das eigene Leben und das der anderen bringen.

“Es braucht nur einen Moment ohne Angst, und ein paar Leute die mithelfen. Das reicht!”

Ein witziger Film, der sicher gute Laune bringt, die Geschichte einer unkonventionellen Frau die der grauen Masse um sie Farbe gibt.
Naiv, schön und aufmunternd.

Weitere Infos: http://www.pepperminta.ch/

Dada lebt!

“In diesem tollen Klima, in dieser stumpfen Zerstörung kann man kein braver Typ von konventionellem Künstler sein.
Nehmen wir die Unannehmlichkeiten einer freien, unabhängigen Geste auf uns! Lassen wir die Torheit des guten Geschmacks beiseite!”

 

Sagten die Dadaisten, wie aktuell sind heutzutage solche Aussagen…

Das geklebte Ohr

Kurz gesagt: ich liebe Vincent van Gogh.
Die erste Ausstellung weltweit mit den meisten seiner Landschaftsbilder, und das noch in meiner Wahlstadt Basel, schien mir eine gute Angelegenheit diese Liebe zu pflegen.
Nachdem ich, früh genug, aus meiner Chemieklausur kam, war mein Ziel ziemlich klar: Kunstmuseum.
Ich schlenderte durch die Gassen meiner Stadt, bis zum Haupteingang, der natürlich für so ein wichtiges Ereignis umgestalten wurde.
Hier die erste Überraschung, ich kann mit meinem Museumspass nicht ohne Probleme und kostenlos in die Hallen der Kunst eingelassen werden, hinter dem Ecken verkaufen sie spezielle Tickets, zu einem Wucherpreis auch für regelmässige Besucher des Hauses.
Nun nichts wie rein in das grosse Gebäude, Treppen hoch in der höchsten Stock, noch mal Ticketkontrolle, passieren eines grossen Raumes mit Informationen zu van Gogh, und nun stehe ich vor den gewünschten Bilder, und zehn Leute dazwischen.
Jetzt ging das Theaterstück los, wer einige Bilder dieses Künstlers kennt weiss dass sie von nah und fern ein Spektakel sind, und ich möchte die Pinselstriche die das ganze so speziell machen schon sehen, nur gibt es verschieden Probleme, einerseits die schon erwähnten Menschenmassen die heute entschieden haben etwas für ihre Allgemeinbildung zu tun, anstatt mit ihren fetten Bäuchen im Freibad zu liegen, zweitens die Alarmanlagen die losgingen sobald man die Pinselstriche sehen wollten und die Sicherheitsmitarbeiter die einen umherschoben um zu sehen ob jemand gerade ein Bild abhängt machten die ganze Sache auch nicht angenehmer, und verliehen der Ausstellung einen Touch von moderner Kunstinstallation von einem Institutionskritischen Künstler.
Ich stehe plötzlich neben einer Italienischen Gruppe, ich höre wie sich ein Junges Pärchen streitet, ihnen sind die Bilder gleichgültig.
Sie kommt kaum zum sprechen, er redet auf sie ein, sie taxiert ihn mit einem „Egocentrico“ ab und schmollt.
Sie sind eindeutig […]

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Michel Nedjar – Animo.! – Kunstmuseum Thurgau

Das Stichwort lautet “Art Brut” (eine Kunstrichtung, wenn man es so nennen kann, die alle die Künstler eint die keine grosse Kunstausbildung hatten, und mehr aus der eigenen Kreativität hinausschaffen als einer Kunstströmung folgend).

Michel Nedjar lebt in seinem Atelier in Paris, ein dunkler Keller, wo seine Kreationen, bizarre Puppen von den Wänden hängen.
Ja, ihr habt richtig gelesen, die Kunstwerke von Michel Nedjar sind Puppen.
Der ehemalige Schneider schneidet sie aus alten Lappen zusammen und oft überdeckt er sie noch mit Lehm und Erde.

Diese Puppen kommen im Kunstmuseum des Kantons Thurgau (www.kunstmuseum.tg.ch) voll zur Geltung, denn das Kunstmuseum befindet sich in der Karthause Ittingen, einem ehemaligen Kloster, und die Werke des Paris Künstler sind im Keller ausgestellt.

Es war ziemlich interessant zu sehen wie die Leute reagieren wenn sie das Kloster besuchen (viele wissen nichtmal dass sich das Kunstmuseum auch darin befindet) und irgendwie in den Keller gelangen.
Für sie wird es ausgesehen haben als ob sie in ihren schlimmsten Alpträume gelangt sind.
Für mich, der ausschliesslich für die Ausstellung angereist bin, war es den Besuch jedenfalls wert.

Die Ausstellung läuft noch bis 13. September 2009 

Kunstaufklährung

Der größte Teil der Welt ist alphabetisiert, doch nur wenige können Kunst lesen, das soll unser Ziel sein!

Viele sehen Kunst als etwas unverständliches, vor allem moderne Kunst, und trauen sich kaum an eine Ausstellung oder in ein Museum für Gegenwartskunst.

Das Ziel meiner Werke ist, sich diesen Leuten zu nähern und  ihnen die Kunst wieder näher zu bringen.